Casanova - Giacomo Girolamo Casanova - Jacob Casanova de Seingalt -
Jacques Casanova de Seingalt - Jean-Jacques Chevalier de Seingalt

Fünf Namen - ein Mann

Wer war dieser Mann, dessen Name heute als Synonym für einen erfolgreichen charmanten Verführer steht?

Das Licht der Welt erblickt Giacomo Girolamo Casanova am 2. April 1725 als Sohn eines Schauspielerehepaars in der Lagunenstadt Venedig; damals noch die Stadtrepublik Venedig. Er ist das älteste Kind und hat fünf Geschwister. Die meiste Zeit seiner Kindheit verbringt er bei seiner Großmutter Marzia Farussi, die auf ihn einen großen Einfluss ausübt und dafür sorgt, dass sich Giacomo der katholischen Kirche zuwendet.

An der renommierten Universität in Padua beginnt er 1737 ein Studium „beiderlei Rechte“ - des weltlichen und des kirchlichen Rechts. aus. 1740 beginnt er ein Theologiestudium, auf Grund dessen er Abbé wird und Anfang 1741 die vier niederen Weihen empfängt. Am 19. März 1741 fällt er während einer Predigt in der Kirche San Samuele betrunken von der Kanzel, um drei Jahren danach aus dem Kirchendienst auszuscheiden. Mit 17 Jahren erwirbt er am 28. November 1742 an besagter Universität seinen juristischen Doktortitel „Dr. iur. utr.“. Die Tätigkeit als Jurist füllt ihn aber nicht aus.

In den Jahren 1744 und 1745 empfängt ihn Papst Benedikt XIV. mehrmals in Rom, wo beide des Öfteren gesellige Abende verbringen. Als Dank für amüsante Plaudereien erlaubt ihm der Papst, verbotene Bücher zu lesen. 1745 tritt er der venezianischen Armee als Fähnrich bei, wobei er diesen Dienst schnell wieder aufgibt. Stets fühlt er sich zu Höherem geboren und geht davon aus, dass Gaetano Casanova nicht sein Vater sein kann. Ein Adeliger soll es gewesen sein; der venezianische Patrizier Michele Grimani kam in Frage, weil seiner Mutter ein Verhältnis mit dem Patrizier nachgesagt wird.

Casanova verlässt Venedig, um die Welt zu sehen und beginnt, Europa zu bereisen. Sein Weg führt ihn auch ins Kurfürstentum Sachsen, wo seine Mutter am kurfürstlich-königlichen Theater in Dresden mit sehr viel Erfolg und großem Ansehen engagiert ist. Seine Leichtfertigkeit und seine Kritik an der Kirche bringen ihn im Juli 1755 in die berüchtigten Bleikammern des Dogenpalastes in Venedig. Die Piombi lagen unter dem mit Blei gedeckten Dach oberhalb der Sala dei Inquisitori. Der Grund für die Verhaftung könnte eines seiner Gedichte, das nicht den zeitgenössischen religiösen Vorstellungen entsprach, gewesen sein. Fünfzehn Monate später konnte er am 1. November 1756 aus dem damals sichersten Gefängnis beim zweiten Versuch entfliehen.

weiterlesen: 1756 in Augsburg